Virtual Reality – reloaded [o]^[o]

Virtual Reality (VR). War da nicht schonmal was in den neunzigern? Ok, wirklich brauchbar und kommerziell erfolgreich waren die Geräte damals noch nicht. Aber natürlich war (spätestens nach der Oculus-Übernahme durch Facebook) abzusehen, daß es bei diesen ersten, teilweise absurden Gadgets nicht bleiben, sondern irgendwann die nächste VR-Welle anrollen würde. Seither hat sich das Genre technisch und visuell extrem weiterentwickelt. Aktuell gibt es mal wieder eine neue Flut an VR-Brillen diverser Hersteller, von denen einige offensichtlich sogar recht ordentliche Verkaufszahlen vorweisen können, so daß gerade wieder neuer Schwung in die VR-Welt kommt. So gibt es neue Brillen mit Verkabelung für den Betrieb mit dem heimischen Windows-PC aber auch einige Stand-alone Geräte wie die Oculus Go, die keinerlei Verkabelung benötigen und in die man auch kein Smartphone mehr reinschieben muß. D.h., der (recht hoch auflösende) Screen ist schon in die Brille integriert, es gibt eine brauchbare Audioausgabe und sogar einen kleinen Controller, mit dem die Navigation durch die virtuellen Welten recht angenehm wird. Waren die älteren Brillen wie die Oculus Rift oder die HTC Vive für den privaten Gebrauch anfangs noch sehr teuer und eher für Early Adopter und Nerds interessant, so gibt es mittlerweile doch schon technisch gute Alternativen unterhalb der 250 Euro Grenze. Das, sowie die Tatsache, daß die neuen Brillen mit integriertem Webbrowser daher kommen (Chrome / Firefox Reality / Oculus Browser), macht das Thema Virtual Reality dann gleichzeitig recht spannend für die Web-Entwicklung. Auf Basis der WebVR API lassen sich mit Frameworks wie PlayCanvas, React 360 oder Mozillas A-frame wirklich ansprechende VR-Inhalte zaubern. Auch wenn man mit WebVR momentan noch keine HighEnd-Apps und Games realisieren kann, weil das Ganze zum einen natürlich im Browser abläuft und zudem auf der JavaScript-Bibliothek three.js basiert und somit nicht an die Performance von nativen Apps heranreichen kann, so gibt es doch den ein oder anderen sinnvollen Einsatzzweck für die Technologie. Ob als virtuelle Kunst-Galerie, 360-Grad-Video oder im Messebereich (Hier haben wir gerade einen virtuellen Messestand für die CES 2019 entwickelt) – letztendlich sind der Fantasie hier kaum Grenzen gesetzt und es wird in naher Zukunft sicher tolle Projekte und Anwendungen zu bestaunen geben, die nicht nur als Tech-Demo dienen, sondern ihre Daseinsberechtigung aufgrund guter Usability, einfachem (Webbrowser) Zugang und echtem Nutzwert für den User erhalten.

VR-Brillen der Zukunft

Klar, auch die aktuellen Brillen sind noch nicht wirklich sexy genug, um zeitnah zum next big thing zu werden. Auch wenn die Screens immer hochauflösender und die Prozessoren immer flotter werden, so besteht weiterhin das Hauptproblem in der Klobigkeit und im mangelden Tragekomfort der Geräte. Für zu Hause ist das sicher noch in Ordnung, aber in der Öffentlichkeit kommen sich die meisten vermutlich doch noch etwas blöd vor, mit den nach wie vor recht großen Teilen rumzulaufen. Bis sich das ändert, wird noch eine ganze Weile vergehen, aber an dem Tag, an dem es vielleicht VR-Brillen geben wird, die nicht mehr von der normalen Sonnenbrille zu unterscheiden sind und die per Datenstreaming vom Smartphone aus mit Apps und Videos versorgt werden, könnte das Thema VR & AR dann doch noch im Massenmarkt ankommen. Mal schauen, evtl. kommt ja bald was von Apple ;-p

Bis es soweit ist, beschäftigen wir uns trotzdem schonmal mit den aktuellen Möglichkeiten insbesondere von WebVR sowie mit der Entwicklung von VR-Erlebnissen auf Basis der Unity-Engine. Denn auch mit den aktuellen Brillen wie der Oculus Go ist es schon möglich, schöne immersive Erlebnisse zu entwickeln…

 

VR im Browser

Warum nicht mal mit der VR-Brille im Web surfen anstatt mit dem Smartphone? Wir sind der Meinung, das funktioniert tatsächlich schon ganz gut mit den aktuellen Browsern. Auch wenn man wohl keine längeren Texte auf diese Art lesen möchte, gibt es doch Inhalte, die für die Nutzung mit VR und AR (Augmented Reality) prädestiniert sind. Beispielsweise gibt es mittlerweile über eine Million 360-Grad-Videos, welche sich z.B. via Youtube VR bestaunen lassen. Das funktioniert zwar auch am LapTop oder Smartphone, wirklich immersiv wird es aber natürlich erst mit dem richtigen VR-Gadget wie z.B. der Oculus Go. Dann gibt es naheliegende Anwendungsgebiete wie die Einrichtung der eigenen Wohnung, oder die virtuelle Visualisierung von Immobilien. Für viele Produkte wäre es auch vorstellbar bzw. ist es schon jetzt möglich, immersive Shoppingerlebnisse zu entwickeln. Einkaufen mit der VR-Brille im virtuellen Store inkl. Kaufberatung durch einen Avatar. Für den Einzelhandel vermutlich ein Albtraum – weit weg sind wir davon allerdings nicht mehr…